Michaelsorgel

 
Hoch oben auf der Westempore, der ehemaligen Michaelskapelle im Turm, steht die Michaelsorgel. Sie wurde 2008 durch die Firma Metzler Orgelbau AG aus Dietikon (Zürich) erbaut.
 
 

Beschreibung und Disposition

 
Metzler Orgelbau AG, CH-Dietikon, op. 639  (2008)
renoviert durch Metzler-Orgelbau AG (2023)

III+P / 43 (38 klingende Register + 4 Transmissionen + 1 Effektregister, 2284 Pfeifen)   
 
Nachdem die stark vergrößerte Langschifforgel von 1929 klanglich im Raum nicht überzeugen konnte,  verlegte man Teile des Prospekts und des Pfeifenwerks 1936 in die Turmkapelle, der sogenannten Michaelskapelle. Seit dieser Zeit steht also eine Michaelsorgel an dieser Stelle. Nach Kriegsschäden wurde 1965 durch die Firma Späth / Ennetach und Freiburg eine Orgel mit 28 Registern unter Verwendung von Teilen des Prospektes von 1929 erbaut. 
 
Die Michaelsorgel hat die wichtige Aufgabe, den hinteren Bereich des Münsters zu beschallen, außerdem wirkt sie bei entsprechenden Anlässen mit Chor und Orchester zusammen, je nachdem als Begleit- oder als Soloinstrument. 
 
Die aktuelle Michaelsorgel wurde im Jahr 2008 durch die Firma Metzler-Orgelbau AG, CH-Dietikon, neu erbaut. Das alte Instrument von 1965 wurde aus technischen und klanglichen Gründen ersetzt.
Das heutige Instrument besitzt 38 klingende Register, vier Transmissionen und ein Effektregister auf 3 Manualen und Pedal. Die Traktur ist mechanisch, die Registertraktur und die Koppeln elektrisch. Die Michaelsorgel kann im Ensemble mit den anderen Münsterorgeln vom Hauptspieltisch aus elektrisch angespielt werden. Erstmals hat die Michaelsorgel nun ein massives Gehäuse aus unbehandelter Eiche. Die vorhandenen Schnitzereien („Schleierbretter“) und die Engelsfiguren wurden sorgfältig gereinigt, restauriert und wieder integriert.
2023 erfolgte die Ausreinigung und Nachintonation des gesamten Werks durch die Erbauerfirma. Nachfolgend wurde ein Chamadenwerk - baulich getrennt von der Orgel - auf das Dach des Solowerks aufgesetzt.
 
 
I. Hauptwerk (C-g''')
II. Récit (schwellbar)
III. Solo (schwellbar) Pedal (C-f')
1. Montre 16' 13. Quintatön 16' 24. Bourdon 16' 34. Grand Bourdon 32'
2. Principal 8' (2f. ab c1) 14. Gambe 8' 25. Diapason 8' 35. Flûte 16'
3. Violoncello 8' 15. Doppelflöte 8' 26. Viola d' orchestra 8' 36. Subbaß 16' (Tr. 24)
4. Flûte harmonique 8' 16. Rohrflöte 8' 27. Voix céleste 8' ab F 37. Grosse Quinte 10 2/3'
5. Bourdon 8' 17. Flûte octaviante 4' 28. Unda maris 8' ab c 38. Diapason 8' (Tr. 25)
6. Octave 4' (2f. ab d) 18. Viola 4' 29. Coro Viole 1-4f. 8' (**) 39. Cello 8' (Tr. 26)
7. Spitzflöte 4' 19. Octavin 2' 30. Prestant 4' 40. Flûte 4' (Tr. 30)
8. Superoctave 2' 20. Basson 16' 31. Voix humaine 8' 41. Bombarde 16'
9. Cornet 3f. ab g 2 2/3' 21. Trompette harm. 8' - Tremulant - 42. Trompette 8'
10. Plein jeu 5f. 2' 22. Basson-Hautbois 8'   43. Clairon 4'
11. Trompete 16' 23. Clairon harm. 4' 32. Tuba magna 8' (*)  
12. Trompete 8' - Tremulant - 33. Campane C-h (*)  
 
Koppeln: II/I, III/I, III/II, I/P, II/P, III/P, II-16'/I, III-16'/I elektrisch
Mechanische Traktur, Elektrische Registertraktur
Vom Hauptspieltisch elektrisch anspielbar
 
(*) nicht schwellbar
(**) Sammelzug 26-28 + 1 weiterer Chor
(Tr.) Transmission aus dem Solo
 
 

Audio / Video

 
 
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CD

"Orgel International"

Matthias Maierhofer an der Michaelsorgel (Metzler, 2008) im Freiburger Münster.

Deutsch-Englisches Booklet mit Texten von Johannes Adam (zum Programm) und Dr. Jan Kühle (zur Orgel).

CD 4 der fünfteiligen CD-Reihe von Domorganist Professor Matthias Maierhofer aus dem Freiburger Münster. Es erklingen Werke von Feliks Nowowiejski, Franz Liszt, Ernest Halsey, Leo Sowerby, Niels Wilhelm Gade, Mikalojus Konstantinas Čiurlionis, Anton Bruckner, Marco Enrico Bossi und César Franck.
 
Erhältlich ist die CD für 15 Euro im Münsterladen, im Münster, c-punkt Münsterforum, auf dem Münsterturm, im nationalen und internationalen Fachhandel und digital.
 
 
 

Michaelsorgel 1965-2008

 
Gebrüder Späth, Ennetach-Mengen, 1965, op. 780
II+P / 28
 
2008/09 in die Dreieinigkeitskirche Sarajevo transloziert (Bild am neuen Standort)
 
I. Hauptwerk (C-g''')
II. Schwellwerk (C-g''')
Pedal (C-f')
1. Gedacktpommer 16' 11. Ital. Prinzipal 8' 21. Prinzipalbaß 16'
2. Prinzipal 8' 12. Gedackt 8' 22. Subbaß 16'
3. Gemshorn 8' 13. Oktave 4' 23. Oktavbaß 8'
4. Rohrflöte 8' 14. Rohrflöte 4' 24. Gedacktbaß 8'
5. Oktave 4' 15. Quinte 2 2/3' 25. Choralbaß 4'
6. Nachthorngedackt 4' 16. Nachthorn 2' 26. Hintersatz 4f. 2 2/3'
7. Quinte 2 2/3' 17. Terz 1 3/5' 27. Stillposaune 16'
8. Principal 2' 18. Scharf 4-6f. 1 1/3' 28. Klarine 4'
9. Mixtur 4-6f. 2' 19. Trompette harm. 8'  
10. Trompete 8' 20. Clairon 4'  
  - Tremolo -  
 
Elektrische Schleifladen, vom elektrischen Hauptspieltisch aus anspielbar, zusätzlicher eigener Spieltisch auf der Michaelsempore, von welchem aus auch das Hauptwerk und Pedalwerk der Langschifforgel angespielt werden konnten, ebenso über eine Crescendowalze die Marienorgel.
 
 
 

Michaelsorgel nach 1936-1964

 
(M. Welte und Söhne (1943), späterer Umbau durch Willy Dold, vermutlich ab 1946)
 
I. Hauptwerk (C-c''''')
II. Manual (C-c''''')
III. Schwellwerk (C-c''''') Pedal (C-f')
1. Prinzipal 8' 12. Singend Principal 8' 20. Lieblich Gedackt 16' 33. Principal 16'
2. Weitgedackt 8' 13. Rohrgedackt 8' 21. Principal 8' 34. Subbaß 16'
3. Flöte 8' 14. Praestant 4' 22. Flûte harmonique 8' 35. Zartbaß 16'
4. Gemshorn 8' 15. Nachthorn 4' 23. Lieblich Gedackt 8' (Ext. 20)  36. Oktavbaß 8'
5. Oktave 4' 16. Superoctave 2' 24. Salicional 8' 37. Gedacktbaß 8'
6. Rohrflöte 4' 17. Sifflöte 2' 25. Weitprincipal 4' 38. Choralbaß 4'
7. Nasat 2 2/3 18. Quintzymbel 3f. 1' 26. Querflöte 4' 39. Flachflöte 2'
8. Oktave 2' 19. Krummhorn 8' 27. Spitzquinte 2 2/3' 40. Posaune 16'
9. Mixtur 4-6f. 2'   28. Octavin 2' 41. Trompetbaß 8'
10. Trompete 8'   29. Terz 1 3/5' 42. Clairon 4'
11. Clairon 4'   30. Kleinmixtur 1 1/3'  
    31. Oboe 8'  
    32. Clairon 4'  
 
Das Hochdruckwerk wurde zunächst in die Michaelsorgel integriert und umgebaut, später dann durch das hier angegebene II. Manual ersetzt. Anzahl von Transmissionen unklar (v.a. Pedalwerk)
 
Michaelsorgel ab 1936-1964
 
 

Michaelsorgel 1936

 
nach dem Umbau der Langschifforgel, M. Welte und Söhne
 
I. Hauptwerk (C-c''''')
II. Schwellwerk (C-c''''')
Pedal (C-f')
1. Prinzipal 8' 10. Lieblich Gedackt 16' 22. Principal 16'
2. Flûte harm. 8' 11. Lieblich Gedackt 8' (Ext. 10) 23. Stillgedackt 16' (Tr. 10)
3. Dolce 8' 12. Querflöte 8' 24. Subbaß 16'
4. Oktav 4' 13. Salicional 8' 25. Oktavbaß 8'
5. Traversflöte 4' 14. Vox angelica 8' 26. Choralbaß 4'
6. Oktav 2' 15. Weitprincipal 4' 27. Posaune 16'
7. Mixtur 3f. 2 2/3' 16. Gemshorn 4'  
8. Trompete 8' 17. Quinte 2 2/3'  
9. Clairon 4' 18. Waldflöte 2'  
  19. Terz 1 3/5'  
  20. Quintzimbel 3f. 2 2/3'  
  21. Oboe 8'  
     
Elektrischer Spieltisch (Hauptspieltisch von 1929, auf die Empore versetzt)
Hochdruckwerk von 1929 unverändert belassen, aber aus dem Generaltutti entfernt. Fernwerk von 1929 in die Michaelsorgel integriert.
 

Hochdruckwerk und Fernwerk auf der Michaelsempore 1929

 
M. Welte und Söhne, 1929
 
Hochdruckwerk (schwellbar) 200mm H2O
(C-c''''')
       Fernwerk (schwellbar)
(C-c''''')
Principal 8'   Hornprincipal 8'
Großflöte 8'   Salicet 8'
Viola 8'   Vox angelica 8'
Quintatön 4'   Harmonieflöte 8'
Oktav 4'   Echobordun 8'
Rauschquinte 2 2/3' + 2'   Alphorn 4'
Tuba mirabilis 8'   Echo Cornett 3f 2 2/3'
Clairon 4'   Trompete 8'
    Vox humana 8'