Johann Sebastian Bach 1685–1750
Toccata d-Moll (»dorische«) BWV 538, 1
Trio super »Allein Gott in der Höh sei Ehr« BWV 664
Fuge d-Moll (»dorische«) BWV 538, 2
Enjott Schneider *1950
Luthermania
Sigfrid Karg-Elert 1877–1933
Sursum corda op. 155 Nr. 2
Charles-Marie Widor 1844–1937
aus der Sinfonie Nr. VIII H-Dur op. 42 Nr. 4
Allegro risoluto
Adagio
Finale
Winfried Bönig wurde 2001 zum Domorganisten in Köln berufen und leitet als Professor für künstlerisches Orgelspiel und Improvisation seit 1998 den Studiengang Katholische Kirchenmusik an der Musikhochschule Köln. Damit bekleidet er zwei der herausragenden
kirchenmusikalischen Positionen in Deutschland.
Seinen ersten Orgelunterricht erhielt der geborene Bamberger mit dreizehn Jahren beim Domorganisten seiner Heimatstadt, Wolfgang Wünsch, bevor er 1978 in die Orgelklasse von Franz Lehrndorfer an der Münchener Musikhochschule aufgenommen wurde. Nach dem »mit Auszeichnung« abgelegten Examen erlangte er Abschlüsse in Dirigieren sowie das Meisterklassendiplom für Orgel. An der Universität Augsburg folgte noch das Studium der Fächer Musikwissenschaft, Geschichte und
Musikerziehung. Seine Doktorarbeit von 1992 (bei Prof. Franz Krautwurst) befasst sich mit der süddeutschen Kantate zur Bachzeit, einem bis dahin noch weitgehend unerforschten Bereich der protestantischen Kirchenmusik.
Seine künstlerische Tätigkeit begann Bönig in Memmingen, wo er von 1984 bis 1998 als Organist und Dirigent an der dortigen Hauptkirche Sankt Josef wirkte. Das Repertoire der dort
aufgeführten Werke umfasste die großen Orchestermessen und symphonische Werke ebenso wie die zyklische Aufführung der gesamten Orgelwerke von Bach und Messiaen. Für seine
musikalische Arbeit wurde ihm 1995 der »Kulturpreis der Stadt Memmingen« verliehen.
Neben den umfangreichen liturgischen Aufgaben, die das geistliche Leben am Kölner Dom prägen, hat auch seine Konzerttätigkeit ihr Zentrum in dieser Kathedrale, wo Bönig die Serie
der sommerlichen »Orgelfeierstunden« leitet. Konzerteinladungen führen ihn Jahr für Jahr in alle Welt, In den letzten Jahren war er zu feierlichen Orgelweihen und -premieren u.a. nach China, Russland und Spanien eingeladen. Bönig ist Interpret zahlreicher Uraufführungen von Werken, die ihm Komponisten widmeten, so u.a. von Enjott Schneider, Jean Guillou, Daniel Roth, Naji Hakim, Peter Planyavsky, Stephen Tharp, Robert HP Platz, Johannes Schild und Colin Mawby.
Schon seine erste CD mit Orgelwerken von Dietrich Buxtehude, erschienen 1988, wurde von der europäischen und amerikanischen Musikkritik begeistert rezensiert. Zahlreiche weitere Aufnahmen, als Organist und Dirigent, folgten und summieren sich inzwischen zu einer langen Diskographie unterschiedlichsten Repertoires. Große Beachtung fanden die Einspielungen der Orgeln im Kölner Dom sowie eine CD mit einer eigenen Transkription von Bachs »Goldberg-Variationen«.